Bitwarden Duplikate entfernen – Anleitung

Bitwarden aufräumen

Sind wir mal ehrlich: Nichts ist nerviger als ein digitaler Schlüsselbund, der vor lauter doppelten und dreifachen Einträgen fast platzt. Du suchst nach dem Login für Amazon, und dein Passwort-Manager schlägt dir vier verschiedene Einträge vor – drei davon sind veraltet. Kennst du das?

Ich bin mittlerweile ein riesiger Fan von Bitwarden. Nachdem ich diverse Lösungen durchprobiert habe, ist Bitwarden aktuell mein absoluter Favorit. Warum? Weil es einfach funktioniert und Open Source ist.

In meinem Alltag muss der Manager einiges leisten: Ich nutze ihn mobil auf meinem Android-Smartphone, arbeite tagsüber an einem Windows-PC und abends bastle ich gerne an meinem Laptop mit Linux Mint. Die Synchronisation zwischen diesen Welten läuft bei Bitwarden butterweich.

Doch gerade wenn man von anderen Browsern (wie Chrome) oder alten Managern (wie LastPass) zu Bitwarden umzieht und importiert, passiert es schnell: Duplikate. Plötzlich ist alles doppelt.

Bitwarden selbst hat aktuell noch keinen „Einen Knopf drücken und alles ist sauber“-Button. Aber keine Sorge! Es gibt einen Workaround, der zwar etwas „hemdsärmelig“ wirkt, aber extrem effektiv ist. Ich habe die Anleitung für dich getestet, übersetzt und sicherheitstechnisch eingeordnet.

Hier zeige ich dir, wie du deine Datenbank in wenigen Minuten aufräumst.


⚠️ Wichtiger Warnhinweis vorab

Bevor wir starten: Wir arbeiten hier mit deinen unverschlüsselten Passwörtern. Das bedeutet, wir exportieren sie in eine für Menschen lesbare Textdatei.

  • Mache das nicht in einem öffentlichen WLAN (Café, Bahn).
  • Mache das nicht auf einem fremden Computer.
  • Stelle sicher, dass dein PC virenfrei ist.

Bist du bereit? Dann lass uns aufräumen.


Schritt 1: Der Export deiner Daten

Da die Apps (Android/Windows) oft etwas eingeschränkt sind, machen wir das am besten über den Web-Tresor im Browser.

  1. Logge dich auf vault.bitwarden.com ein.
  2. Gehe oben im Menü auf Werkzeuge (Tools) und dann links auf Exportieren.
  3. Wähle als Format .csv aus.
  4. Gib dein Master-Passwort ein, um den Download zu bestätigen.

Jetzt hast du eine Datei (meist bitwarden_export.csv) auf deinem Rechner.

Schritt 2: Sicherheit geht vor – Das Backup

Bevor wir an der Datei herumoperieren: Mach eine Kopie!

Kopiere die heruntergeladene CSV-Datei und nenne sie z.B. backup_original.csv. Sollte beim Bearbeiten irgendwas schiefgehen (wir löschen ja gleich Dinge!), hast du immer noch den Originalzustand parat.

Schritt 3: Duplikate entfernen (Excel / LibreOffice)

Jetzt kommt der eigentliche Trick. Da ich auf Linux Mint unterwegs bin, nutze ich oft LibreOffice Calc, aber unter Windows funktioniert Excel genauso gut.

  1. Öffne die Kopie deiner CSV-Datei mit Excel oder Calc.
  2. Markiere die gesamte Tabelle.
  3. In Excel: Klicke im Menüband auf den Reiter Daten und dann auf Duplikate entfernen.
  4. In LibreOffice: Daten -> Weitere Filter -> Standardfilter (und dort „Keine Duplikate“ wählen).
  5. Wichtig: Das Tool fragt dich, welche Spalten verglichen werden sollen. Wähle hier am besten Spalten wie login_uri (URL) und login_username aus. Wenn diese beiden identisch sind, ist es meist ein echtes Duplikat.
  6. Lasse das Tool arbeiten. Es wird dir sagen, wie viele doppelte Werte entfernt wurden.

Speichere die bereinigte Datei nun als bitwarden_clean.csv ab.

Schritt 4: Den Tresor leeren (Tabula Rasa)

Jetzt musst du stark sein. Damit wir die sauberen Daten importieren können, müssen die alten, chaotischen Daten weg. Sonst hätten wir nach dem Import ja alles dreifach.

  1. Gehe wieder in den Bitwarden Web-Tresor.
  2. Klicke auf dein Profil-Icon und gehe zu Einstellungen -> Mein Konto.
  3. Scrolle runter zum Bereich „Gefahrenzone“ (Danger Zone).
  4. Dort findest du die Option Tresor bereinigen (Purge Vault).
  5. Bestätige das. Jetzt ist dein Bitwarden leer. (Keine Panik, wir haben ja die saubere CSV!).

Schritt 5: Der Import

Nun holen wir die bereinigten Daten zurück.

  1. Gehe im Web-Tresor wieder auf Werkzeuge -> Importieren.
  2. Wähle als Format Bitwarden (csv).
  3. Wähle deine Datei bitwarden_clean.csv aus.
  4. Klicke auf Daten importieren.

Schritt 6: Kontrolle und digitale Müllabfuhr

Logge dich jetzt auf deinem Android-Handy oder deinem Windows/Linux-PC neu ein (ggf. einmal synchronisieren). Sieht alles gut aus? Sind die Duplikate weg?

Ganz wichtig zum Schluss:

Die CSV-Dateien auf deinem Computer enthalten jetzt gerade alle deine Passwörter im Klartext. Jeder, der Zugriff auf deinen PC hat, kann sie lesen.

Lösche sowohl die backup_original.csv als auch die bitwarden_clean.csv.

  • Windows: Datei löschen und Papierkorb leeren.
  • Linux Mint: Rechtsklick -> Löschen (oder noch besser den shred Befehl im Terminal nutzen, wenn du paranoid bist: shred -u dateiname.csv).

Fazit

Es ist ein kleiner Umweg über Excel, aber er spart dir Stunden manueller Arbeit. Seit ich das gemacht habe, läuft mein Bitwarden auf allen Geräten wieder viel übersichtlicher.

Hast du noch Fragen zum Prozess oder kennst du einen besseren Weg für Linux-User? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

Richtig Einfügen im Terminal Fenster: Warum STRG+V nicht geht (und was hilft)

Einfügen im Terminal Fenster

Kennst du das? Du bist gerade voll im Flow, kopierst dir einen langen Docker-Befehl oder ein komplexes Passwort aus deinem Passwort-Manager, wechselst ins Terminal und drückst gewohnheitsmäßig STRG + V.

Das Ergebnis? Statt deinem Text erscheint nur ein kryptisches ^V oder gar nichts. 🤯

Dann greift man genervt zur Maus, macht einen Rechtsklick und wählt „Einfügen“. Das funktioniert zwar, reißt dich aber komplett aus dem Arbeitsfluss. Wenn man viel im Terminal arbeitet, ist der ständige Griff zur Maus einfach mühsam.

Da ich in letzter Zeit viel mit meinem Surface Laptop und Linux Mint arbeite (was übrigens erstaunlich gut funktioniert!), bin ich ständig über dieses Problem gestolpert. Bis ich mir endlich den richtigen Shortcut eingeprägt habe.

Die Lösung: Eine Taste macht den Unterschied

Um richtig Einfügen im Terminal Fenster zu meistern, musst du deinem Muskelgedächtnis nur eine einzige zusätzliche Taste beibringen.

Statt STRG + V drückst du:

STRG + Umschalt + V

(oder auf Englisch: CTRL + SHIFT + V)

Das war’s schon! Sobald du die Umschalt-Taste (Shift) dazu nimmst, klappt das Einfügen von Text, Code-Schnipseln oder Passwörtern sofort.

Warum ist das so?

Vielleicht fragst du dich, warum das Terminal hier so eigen ist. Das hat historische Gründe: In der klassischen Unix-Welt ist der Kurzbefehl STRG + V schon besetzt. Er sendet ein spezielles Signal an das Terminal („Verbatim Insert“). Da das Terminal diese Tastenkombination also schon für sich beansprucht, mussten die Entwickler eine Alternative schaffen, um Inhalte aus der Zwischenablage einzufügen.

Die Lösung war simpel: Einfach Shift dazu, und schon weiß das Terminal: „Ah, hier soll Text aus der Zwischenablage rein!“

Mein Fazit

Es ist eine winzige Umgewöhnung, aber sie spart mir auf meinem Linux Mint Setup jeden Tag sicher ein paar Minuten und viele nervige Handgriffe zur Maus.

Also, merken für das nächste Mal: Finger auf die Shift-Taste, wenn du Text ins Terminal holst!

Kanntest du den Shortcut schon oder hast du auch immer die Maus benutzt? Schreib’s mir in die Kommentare! 👇

Dein eigener n8n Server in 10 Minuten

N8n Selbst hosten

Hast du es auch satt, ständig an die Limits der kostenlosen Pläne von Zapier oder Make.com zu stoßen? Oder willst du deine Daten einfach nicht auf fremden Servern liegen lassen? Dann habe ich heute genau das Richtige für dich!

Wir bauen uns heute unseren eigenen Automatisierungs-Server mit n8n.

Das Beste daran? Es ist super günstig, du hast volle Kontrolle und dank Docker ist die Einrichtung ein Kinderspiel. Keine Sorge, du musst kein Linux-Profi sein – ich führe dich Schritt für Schritt durch den Prozess.

Was wir brauchen

Bevor wir loslegen, hier die Einkaufsliste (keine Sorge, es ist günstig):

  1. Einen Server (VPS): Ich empfehle hier wärmstens DigitalOcean. Die Droplets sind schnell, zuverlässig und in wenigen Sekunden erstellt. (Empfehlungslink) Ich nutze den Provider schon seit Jahren – sehe den alten DigitalOcean Erfahrungsbericht
    • Empfehlung: Wähle ein Droplet mit mindestens 1 GB RAM (Ubuntu 24.04). Glaub mir, mit weniger macht es keinen Spaß.
  2. Eine Domain: Damit dein Server unter einer schicken Adresse wie n8n.deine-domain.de erreichbar ist. Mein Favorit ist hier INWX.de – super Interface, faire Preise und deutscher Support.

Bereit? Dann schnapp dir einen Kaffee und lass uns loslegen! ☕

Schritt 1: Die Vorbereitung

Zuerst müssen wir deiner Domain sagen, wo dein neuer Server wohnt.

  1. Logge dich bei INWX bzw deinem Domain Registrar ein.
  2. Gehe zu deiner Domain und erstelle einen neuen A-Record.
  3. Name: n8n (oder wie auch immer deine Subdomain heißen soll).
  4. Wert (IP): Die IP-Adresse deines DigitalOcean Droplets.

Das war’s schon mit der Bürokratie!

Schritt 2: Ab auf den Server

Öffne dein Terminal (oder PuTTY) und verbinde dich mit deinem Server. Ersetze die IP natürlich durch deine eigene:

ssh root@deine-ip-adresse

Als Erstes gönnen wir dem Server eine kleine Frischekur:
Bash

apt update && apt upgrade -y

Schritt 3: Docker installieren

Wir machen es uns einfach und nutzen Docker. Das hält dein System sauber und Updates sind später ein Klacks. Da wir Ubuntu 24.04 nutzen, installieren wir Docker direkt aus der offiziellen Quelle:

1. Notwendige Tools holen

apt install -y apt-transport-https ca-certificates curl software-properties-common

2. Docker Schlüssel hinzufügen

curl -fsSL https://download.docker.com/linux/ubuntu/gpg | gpg --dearmor -o /usr/share/keyrings/docker-archive-keyring.gpg

3. Docker installieren

echo "deb [arch=$(dpkg --print-architecture) signed-by=/usr/share/keyrings/docker-archive-keyring.gpg] https://download.docker.com/linux/ubuntu $(lsb_release -cs) stable" | tee /etc/apt/sources.list.d/docker.list > /dev/null
apt update
apt install -y docker-ce docker-ce-cli containerd.io docker-compose-plugin

Schritt 4: Dein n8n Zuhause einrichten

Jetzt erstellen wir den Ordner, in dem die Magie passiert:

mkdir /opt/n8n
cd /opt/n8n

Wir brauchen jetzt genau drei Dateien. Ich habe die Konfiguration so gebaut, dass Caddy als Webserver läuft. Der Vorteil? Er kümmert sich automatisch um HTTPS-Zertifikate. Nie wieder manuell Zertifikate erneuern! 🎉

A. Das Caddyfile

Erstelle die Datei mit nano Caddyfile und kopiere das hier rein (vergiss nicht, deine Domain anzupassen!):

n8n.deine-domain.de {
reverse_proxy n8n:5678
}

B. Die .env Datei

Hier kommen die Einstellungen rein. Erstelle sie mit nano .env:

C. Die docker-compose.yml

Das ist der Bauplan für unsere Container. Erstelle sie mit nano docker-compose.yml:
services:
caddy:
image: caddy:latest
restart: unless-stopped
ports:
- "80:80"
- "443:443"
volumes:
- caddy_data:/data
- caddy_config:/config
- ./Caddyfile:/etc/caddy/Caddyfile
depends_on:
- n8n

n8n:
image: n8nio/n8n:latest
restart: unless-stopped
ports:
- "127.0.0.1:5678:5678"
environment:
- N8N_HOST=${DOMAIN_NAME}
- N8N_PORT=5678
- N8N_PROTOCOL=https
- NODE_ENV=production
- WEBHOOK_URL=https://${DOMAIN_NAME}/
- GENERIC_TIMEZONE=${GENERIC_TIMEZONE}
- TZ=${TZ}
# Diese Variablen holen wir aus der .env Datei
- N8N_RUNNERS_ENABLED=${N8N_RUNNERS_ENABLED}
- DB_SQLITE_POOL_SIZE=${DB_SQLITE_POOL_SIZE}
volumes:
- n8n_data:/home/node/.n8n

volumes:
caddy_data:
caddy_config:
n8n_data:

Schritt 5: Starten! 🚀

Fast geschafft! Jetzt starten wir die Triebwerke:
Bash

docker compose up -d

Warte kurz 30 Sekunden, bis alles hochgefahren ist. Dann öffne deinen Browser und gehe auf https://n8n.deine-domain.de.

Tadaaa! 🎉 Du solltest jetzt den Einrichtungs-Bildschirm von n8n sehen. Erstelle deinen Admin-Account und du bist drin.

Profi-Tipp: Swap nicht vergessen

Auch wenn du 1 GB RAM hast, empfehle ich dir dringend, einen „Swap“ (Auslagerungsspeicher) einzurichten. Das verhindert, dass n8n abstürzt, wenn es mal wild zugeht.
Bash

fallocate -l 2G /swapfile
chmod 600 /swapfile
mkswap /swapfile
swapon /swapfile
echo '/swapfile none swap sw 0 0' | tee -a /etc/fstab

Fazit

Du hast jetzt eine mächtige Automatisierungs-Plattform, die dich monatlich nur den Preis für das kleine Droplet kostet. Keine Limits bei den „Steps“, keine Sorgen um Datenschutz bzw. weniger.

Viel Spaß beim Automatisieren! Was wird dein erster Workflow? Schreib es mir gerne in die Kommentare! 👇